Oman O-Mannomann!

Pinguine in der Wüste, Weihrauch und Wadis, Schildkröten und Schiffe – der Oman hat uns begeistert

Nach unserem Ausflug in die Wahibawüste führte unsere Route wieder an die Küste.

Sur und Ras al-Hadd

Die Hafenstadt Sur bietet einige Sinnlosigkeiten. Sie wird von einem Fort bewacht, das laut Rezensionen nur sporadisch geöffnet hat, weil der Mann an der Kasse in den Öffnungszeiten auf dem Markt einkaufen geht. Auch wir trafen auf verschlossene Tore. Offensichtlich hatten manche Besucher schon versucht, mit Gewalt hineinzukommen, aber die Mauern sind wohl ziemlich dick.

Fort in Sur, Oman
Das unbezwingbare Fort mit Einbruchsspuren

Außerdem gab es einen sinnlosen Pavillon, der seinen Schatten überall hin warf, nur nicht auf die Sitzplätze.

Pavillion in Sur
Sinnloser Pavillon

In Sur werden auch heute noch die arabischen Holzschiffe gebaut, mit denen schon vor langer Zeit die Seefahrer (Sindbad stammte aus dem Oman) zu ihren Fahrten nach Indien und China aufbrachen. Die Dhau-Werft mit Schiffen in verschiedenen Stadien der Vollendung kann gegen Gebühr von 2 Euro besichtigt werden.

Dau im Rohbau
Dhau im Bau
Schiffskelett in der Werft
Gerippe
Innenausbau einer Dau in der Werft von Sur
Im Bauch der Dhau
Fast fertiges Holzschiff in einer Werft
Fast fertig

Nicht weit von Sur entfernt liegt der östlichste Punkt des Oman, der Ras al-Hadd, ein endloser Sandstrand. Ein Teil davon wird aus naheliegenden Gründen Pink Beach genannt.

Pink Beach
Pink Beach

Der tiefe Sand am Turtle Beach dient den Meeresschildkröten zur Eiablage. Sie kommen nachts an den Strand, vergraben ihre Eier in einem Nest und verschwinden vor dem Morgengrauen wieder im Meer. Man erkennt die Nester an den beiden typischen Spuren, eine landeinwärts, eine zurück ins Meer.

Spuren von Schildkröten im Sand
Schildkrötenspuren am Turtle Beach

Leider sieht man auch zahlreiche Spuren von Autos, die hier rücksichtslos über den Strand rasen. Ich wünschte von ganzem Herzen, ich wäre im Besitz von Aladins Wunderlampe, um diese Deppen im Treibsand versinken zu lassen. Und siehe da, mancher Wunsch wird schneller erfüllt, als man denkt. Auch ohne Dschinni.

Auto am Strand stecken geblieben
Das kommt davon

Wadi Shab

Etwas weiter nördlich an der Küste befindet sich das Wadi Shab. Nach unseren Erfahrungen mit Touristenmassen im Wadi Bani Khalid änderten wir diesmal unsere Strategie. Wir brachen bereits vor dem Frühstück auf, was zwar anfangs bitter war, sich aber als Glücksgriff herausstellte.

Wadi Shab
Wadi Shab in der Morgensonne

Faladsch sind eine omanische Erfindung. Die gemauerten Wasserkanäle bringen schon seit Jahrtausenden das kostbare Wasser von den Quellen in den Bergen über weite Strecken zu den Feldern. Zuerst wird das Trinkwasser abgezweigt, dann wird das Wasser durch die Badehäuser geleitet und der Rest wird für die Bewässerung verwendet.

Pfeil auf dem Weg ins Wadi Shab
Wegweiser mit Faladsch

Eine knappe Stunde dauerte die Wanderung durch das zauberhafte Tal. Und es lohnte sich. Am Ende wurde das Tal so eng, dass man durch drei Pools schwimmen musste. Vom letzten Pool aus führte ein enger Spalt in eine Höhle, in der ein Wasserfall durch eine Öffnung herabstürzte. Wunderbar!

Türkisfarbener Pool im Wadi Shab
Unberührt

Als wir uns satt gesehen hatten und zum Parkplatz zurück wanderten, kam uns ein nicht abreisender Strom von Tagestouristen entgegen. Wir hatten alles richtig gemacht und das Frühstück schmeckte danach umso besser.

Andrang im Wadi Shab
Die Armee aus den Tourenbussen

Fort Nakhal

In der Nähe von Muscat liegt ein Fort, das in früheren Zeiten die Oasenstadt Nakhal bewachte. Es ist hervorragend restauriert und kann besichtigt werden.

Fort Nakhal
Warten auf den Feind
Feine Aussichten

Das Fort hatte einen eigenen Brunnen und wurde über Geheimgänge versorgt. Die Bewohner konnten also eine Belagerung ziemlich lange aushalten. Nur die Bibliothek war etwas dünn bestückt.

Die Bibliothek

Die Corniche von Muthra

Der Hafen der Hauptstadt Muscat liegt geschützt in der Corniche von Muthra. Dort liegt die Yacht des Sultans und an der Uferpromenade fühlt man sich fast wie an der Cote d’Azur.

Pavillion in Muthra
Kugeln an der Promenade
Fort von Muthra
Muthra Fort
Blick vom Muthra Fort auf die Yacht des Sultans
Die Yacht des Sultans

Der Souk von Muthra ist einer der ältesten Märkte des Oman. Dort findet man alles, was man nicht braucht. Eine Fremdenführerin klärte ihre Gruppe auf: „Glauben Sie nicht, dass Sie hier einen echten Kashmir-Schal zum Schnäppchenpreis von sechs Euro bekommen – die Händler hier sind alle Vollprofis. Aber wenn ihnen der Schal gefällt, dann handeln Sie und kaufen Sie ihn einfach.“

Eingang zum Muthra Souk
Eingang zum Muthra Souk
Gewürze im Souk
Gewürze
Klimbim im Souk
Allerlei Gehänge

Zum Glück hatte ich keinen Fotoapparat, sondern mein Handy dabei.

Photo is not allowed im Souk
Alles außer Photos
Dach des Muthra Souk
Deckengewölbe
Dach des Muthra Souk
Details an der Decke des Souk

Eine besondere Spezialität im Oman ist der Weihrauch. Ich kannte dieses Zeug aus altmodischen Ritualen der katholischen Kirche. Woher der Rohstoff stammt, war mir bisher nicht klar.

Weihrauch-Fachgeschäft

Weihrauch wird aus dem Harz von Boswellia-Büschen gewonnen, die im omanischen Klima besonders gut gedeihen.

Boswellia Sacra – Der Weihrauchbaum
Das kostbare Harz

Wenn man die Harzstücke auf eine glühende Kohle legt, entsteht ein heftiger Rauch, der in vielen Restaurants zur Vertreibung von Mücken und unangenehmen Gerüchen verwendet wird. Manchmal ist der Rauch so dicht, dass sogar die Gäste vertrieben werden.

Weihrauch gegen Moskitos

Muscat Mall

Dach der Muscat Mall
Muscat Mall

Zum Abschluss unserer zweiwöchigen Reise durch den Oman besuchten wir die Muscat Mall, eine gigantische Einkaufsmeile. Hier kann man nicht nur alle möglichen luxuriösen Markenartikel bestaunen. Man kann sich auch hervorragend auf die Temperaturen in Deutschland reakklimatisieren. Denn es gibt hier – mitten in der Wüste – ein Schnee- und Skiparadies mit Rodelbahn, Sessellift und Pistendienst. Schräg!

Schneepiste im Snow Oman
Snow Oman – fast wie Zuhause
Rodelbahn im Oman
Skipiste und Rodelbahn

Und man konnte hier ein exklusives Event buchen – die Begegnung mit Pinguinen. Die meisten Frauen verkleiden sich dazu wie Pinguine, vermutlich um die Tiere nicht zu erschrecken. Was weiß ich, keine Ahnung!

Penguin Encounter
Begegnung mit Pinguinen

Fazit Oman

Der Oman bietet eine tolle Mischung aus Natur und Kultur, und aus Tradition und Moderne. Es wimmelt hier von schönen Stränden, herrlichen Bergen, malerischen Wadis und beeindruckenden Wüstenlandschaften. Die Menschen sind freundlich, offen und hilfsbereit und die Städte bieten alte Kulturschätze und moderne Annehmlichkeiten.

Am besten ist das Wetter im europäischen Winter; im Sommer sind die Temperaturen nur für erfahrene Saunagänger auszuhalten. Die Hotels waren fast alle sauber, modern und günstig und ließen sich problemlos über die üblichen Buchungsportale reservieren. Restaurants waren hygienisch einwandfrei und mit etwas Englischkenntnissen waren auch Sonderwünsche kein Problem.

Wer die teilweise happigen Preise für geführte Touren nicht bezahlen will, kann ganz problemlos auf eigene Faust mit dem Mietwagen reisen. Oder ein Wohnmobil mit Dachzelt buchen. Die Straßen sind ausgezeichnet, relativ sicher und die Beschilderung weist nur wenige lokale Besonderheiten auf.

Hier schleicht der Scheich über die Straße

Dass es hier ein ausgezeichnetes und nahezu lückenloses Mobilfunknetz gibt, wundert nur die deutschen Touristen.

In einem Satz zusammengefasst: der Oman hat uns absolut positiv überrascht und wir müssen entgegen allen Vorurteilen eine klare Reiseempfehlung aussprechen. Also, wenn dann gewisse Herren ihre Kriegsspiele beendet haben.

Avatar von Unbekannt

Autor: sinnlosreisen

Geschichten über die lustige Seite des Urlaubs

22 Kommentare zu „Oman O-Mannomann!“

          1. Er hat als Ingenieur eh ganz gut verdient vermute ich.
            So ging er früher in Rente.
            Er war erst in Amerika dann kurz in England und dann wie es von Anfang an vorgesehen war im Oman.
            War damals der Grund warum die nach 14 Jahren geheiratet haben.
            Hätten die 2 sich auch sparen können.
            Die waren danach nicht mehr lange zusammen eine Fernbeziehung zwischen Hamburg und Amerika funktioniert wohl nicht so klasse.
            Sie blieben verheiratet hatten aber andere Partner.
            Bis Er wieder in Deutschland war dann ließen Sie sich irgendwann scheiden.

            Gefällt 1 Person

  1. Deine Oman-Berichte waren wirklich interessant, dorthin hätte ich auch nichts gegen zu reisen.

    Hier ein paar sinnlose Kommentare:

    Die Holzschiffe sind wunderschön! Und ich meine: Wunderschön!

    Und die Touristenmassen latschen dann zuhauf in den unberührten Pool, von wo das Trinkwasser zuerst abgezweigt wird, Mannoman. Wie gut, dass ihr früh aufgestanden seid!

    Die Forts sind imponierend. Alles ist so gut erhalten und gepflegt. Die Yacht des Sultans ähnelt eher einem kleinen Kreuzfahrtschiff. Der Laden wo viel hängt scheint nach mir zu rufen, haha!

    Von den Wintersportanlagen habe ich schon mal gehört, sowas hat man wohl auch in Saudiarabien. Hier in Dänemark haben wir Lalandia, wo wir auch im Winter tropisches Badevergnügen erleben können … nicht total der Standard wie in Oman allerdings 😉

    Vielen Dank für die Reiseberichte. Hoffen wir, dass der Wahnsinn bald stirbt.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Stella,

      sobald die Herren mit den roten Knöpfchen sich beruhigt haben, würde ich unbedingt in den Oman fahren.

      Das mit den badenden Touristen in den Pools und der weiteren Nutzung des Wassers ist mir tatsächlich auch durch den Kopf gegangen. Das darf man wohl nicht zu Ende denken…

      Deine Anmerkungen zeigen die Vielseitigkeit des Landes. Genau das hat uns so begeistert. Und natürlich, dass die Menschen so freundlich waren.

      Viele Grüße nach Dänemark, wo die Menschen auch freundlich sind. Glaube ich.

      Like

  2. Ja, da kommt der wertvolle Weihrauch her. Den ich nicht leiden kann, seit mir aus Pfadfindertagen – ja, das war so eine kirchliche Version, eine andere war nicht vor Ort – an einem heißen Sonnentag mit einer Fahne herumstehend von dem Zeug schlecht wurde. Was mich natürlich in die Nähe gewisser gefürchteter Gestalten rückt, die in Verbindung mit einem Herrn mit Hahnenfeder am Hut und leider auch Pferdefuß und ebenfalls nicht großartigem Schwefelduft gesehen werden.

    Gefällt 1 Person

  3. Dein Fazit teile ich ohne Einschränkungen. Auch dieser Beitrag hat wieder viele Erinnerungen bei mir an die Oberfläche gespült. Habe jetzt noch mehr Lust, wieder hinzufahren – wenn es die politische Großwetterlage wieder zulässt. Danke fürs Mitnehmen!

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar