Salzburg

Von Mozartkugeln und Zwergerln

Salzburg steht ganz im Zeichen des berühmten Malers und Bildhauers Johann Wolfgang van Mozart. Oder so ähnlich. Wen es interessiert, der kann ja selbst mal recherchieren. Jedenfalls wurde Mozart weltweit bekannt durch die Erfindung der Mozartkugel. Es gibt hier Mozarts Geburtshaus, Mozarts Wohnhaus, Mozarts Scheißhaus und jedes zweite Cafe ist nach ihm benannt. Man kann den Raum besichtigen, in dem er zum ersten Mal Klavier spielte, wo er sich seine ersten Pickel ausdrückte und wo er sich nach dem ersten Vollrausch übergab, angeblich in G-Moll.

Cafe Mozart in Salzburg
Hier wird die kleine Nachtmusik zur Mozartkugel gespielt

Nun kann man sich nichts dafür kaufen, dass das Genie zufällig hier geboren wurde, aber Salzburg hat noch einiges Anderes zu bieten als Erinnerungen an einen verstorbenen Weltstar. Zum Beispiel die Festung Hohensalzburg, hier im Hintergrund. Im Vordergrund ist die goldene Mozartkugel zu sehen.

Festung Hohensalzburg und Goldkugel
Über der Mozartkugel thront die Festung

Auf der Festung wurden innovative Foltermethoden für Insekten entwickelt, wie dieser Holzpranger mit Löchern für sechs Beine und zwei Fühler beweist.

Holzpranger
Folterwerkzeug für sechsbeinige Insekten

Außerdem eine mechanische kurbelgetriebene Wandtrompeteninstallation, um gegnerische Spione mit Blasmusikfolter zum Geständnis zu bringen. Das wahre Grauen erkennst du im folgenden Video:

Blasmusikfolter (unbedingt mit Ton schauen)

Auf der Festungsbahn wird jede Viertelstunde ein knallhartes Duell ausgetragen. Die beiden Bahnen fahren auf ein Signal gleichzeitig los, schießen mit einem Affentempo mit Kollisionskurs aufeinander zu, bis in letzter Sekunde einer der beiden Wagons die Nerven verliert und ausweicht. Geheime Aufnahmen dokumentieren den Wahnsinn:

Festungsbahn Salzburg
Zwei Bahnen auf Kollisionskurs
Festungsbahn Salzburg
Hier entscheidet sich das Duell – Rechts oder links?
Festungsbahn Salzburg
Der Gegner hatte die schwächeren Nerven und weicht aus
Festungsbahn Salzburg
Es war haarscharf, aber diesmal ging es gut aus

Allein schon für den atemberaubenden Blick auf die Salzburger Altstadt lohnt sich die höllische Fahrt trotzdem.

Blick auf den Salzbueger Dom
Blick von der Festung auf den Dom mit der goldenen Mozartkugel
Im Salzburger Dom
Vor dem Dom: Das Böse muss draußen bleiben

In Salzburg muss man zu den Katakomben nach oben in die Berge klettern. Nach Skeletten oder Totenköpfen sucht man hier vergebens, denn die wurden längst weggeräumt. Die Putzkolonnen sind so emsig, dass sogar die Gräber auf dem Friedhof mit Gittern abgesperrt werden.

Katakomben von St. Peter in Salzburg
Katakomben und vergitterte Gräber im St.-Peters-Friedhof
Blick auf Kirchen in Salzburg
Blick aus den Katakomben: Kirchturmparade

In der Salzburger Altstadt lohnt es sich, den Blick ab und zu nach oben zu richten. Die Geschäfte übertrumpfen sich gegenseitig in einem irrwitzigen Wettbewerb zur Gestaltung ihrer Firmenschilder. Selbst der amerikanische Gummibrötchenproduzent passt sich den lokalen Gegebenheiten an.

Ein weiteres Highlight ist das Schloss Mirabell mit seinem Garten und den interessanten Statuen. Der Eingang wird von einer Löwen-Ziegen-Einhorn-Sphinx bewacht. Ein Schlossherr von Format kümmert sich um seinen Hofstaat, der aus Beamten, Bediensteten und Gartenzwergen besteht. Konsequenterweise hat der Schlossherr von Mirabell einen eigenen Zwergerlgarten anlegen lassen, in dem die marmornen Gartenzwerge ihren Platz finden. Beim Betrachten der Figuren fragt man sich unwillkürlich, aus welchem Irrenhaus der Bildhauer wohl seine Modelle genommen hat.

Blick von Schloss Mirabell auf Festung Hohensalzburg
Schöne Aussichten
Statue Einhorn Sphinx
Parkwächter

Nur ein klein wenig außerhalb der Kernstadt konnten wir eine erstaunlich reichhaltige Tierwelt beobachten. Der geduldige Fotograf findet Murmeltiere, Fischotter, Braunbären, Elche, Pandas und mit ganz viel Glück sieht man einen der seltenen Alpen-Jaguare oder zwei.

Murmeltiere
Stehimbiss
Fischotter
Neugieriger Baumbewohner
Braunbär schläft
Mittagsschläfchen am Bach
Ein Rentier
Ausgefranster Vielender
Roter Pandabär ruht auf einem Baum
Der rote-weiß gestreifte Panda – Österreichs Wappentier
Zwei Jaguare laufen durchs Gras
Alpenjäger auf der Pirsch
Verkeilte Panzer
Weißer Gibbon läuft aufrecht
Der Yeti von Salzburg

Am späten Nachmittag verließen wir den Tierpark Hellbrunn und brachen zu unserem Campingurlaub auf. Dazu wird es aber in Kürze einen eigenen Beitrag geben.

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Autor: sinnlosreisen

Geschichten über die lustige Seite des Urlaubs

25 Kommentare zu „Salzburg“

  1. Und wieder so viel herrlichen Quatsch mit wunderbaren Bildern. Einfach himmlisch zu lesen. Ich liebe es, wie bei deinen Beiträgen die Wahrheit so schön mit der Illusion verschmilzt. Die Bildbeschreibungen – toll. Von den 08-15 Berichten hat man ja so viele, aber das ist mal was erfrischendes.

    Ah, diese Zwerge sind echt unheimlich. Weiß man denn, wo die herkommen und ob sie wieder verschwinden, wenn der Bann bricht, der sie im Stein gefangen hält? 😉

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    1. Danke, so soll es sein. Bin ja froh, wenn Jemand meinen Blödsinn mag 😂. Und wegen den Zwergen: Einer konnte schon flüchten. 😏Über die Kollegen kann ich nichts sagen. Ist vielleicht auch besser, wenn die nicht unter die Leute gehen…

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  2. Ich war zuletzt in der Oberstufe in Salzburg und freue mich, dass die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nun endlich ordentlich erklärt sind!!
    Zu den Zwergen: die müssten vom Urgroßcousin zweiten Grades von Peter Lenk stammen, lediglich der Geflüchtete ist ein echter Uwe Plieske, da bin ich mir sicher….

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  3. Danke Marco, wieder gespickt mit tollen Informationen. Immer wieder toll, da kann ich in meiner Familie immer direkt mit meinem Allgemeinwissen prahlen. G-Moll wusste bis jetzt keiner in meiner Familie.

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    1. Gern geschehen. Ich trage immer wieder gerne mit unnützen Informationen zur Allgemeinbildung bei. Aber Vorsicht beim Prahlen in der Familie – ein Faktencheck bei Google könnte schnell peinlich werden.
      Obwohl. Heute weiß eh keiner mehr, was richtig und was fake ist. Einfach selbstbewusst auftreten!

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    1. Und das aus der Feder einer lokalen Größe! Danke für das hoffentlich nicht ernst gemeinte Lob. Dein Blog ist übrigens toll, und gespickt mit nützlichem Wissen, im Gegensatz zu meinem.

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  4. Nach dem Verzehr einer einheimischen Spezialität – keineswegs die Kugerln des Herrn Mozart, sondern g’standene Salzburger Nockerln! – begaben wir uns ebenfalls in den erwähnten hellen oder höllischen Brunnen, dem hellen, klaren Wasser (mir hat im Münchner Zoo ein dortiger Tierarzt einmal erklärt, dass es in diesem Bach sogar einst Huchen gegeben habe!). Und auch wir sahen jene in den Alpen doch recht selten gewordenen Jaguare. Ich versuchte dort einen wagemutigen Vergleich, da man doch recht nah an das Gitter rangehen kann (und man erstaunlicherweise durch ein Gitter immer noch mehr sieht, als durch so ein meterdickes Panzerglas, das auch ordentliche Fotografien (dient es zur Abwehr von Selfie – freaks und Touristenbusladungen?) glücklich verhindert, da es immerzu spiegelt). Und zwar einen Zahnvergleich. Nein, nicht doch – schon ordentliche Exemplare, meine doch nicht!
    Ich nahmmit einiger Überredungskunst den einen unserer Hunde hierzu. Sie wog etwa 30kg, also nicht den Dackel, weil: der hätte halt das Gitter und den Jaguar attackiert. Sie wolte nicht, hatte offenbar eine recht realistische Einschätzung von der lieben Mieze. Schließlich am Gitter zog ich ihre Lefze hoch, so dass der sehr beachtliche Eckzahn entblößt war. Freundlicherweise tat selbständig die Katze auf der anderen Gitterseite ein Gleiches mit ihrer eigenen Lefze, während sie ihren Hospitalismus pflegte und hin und her trottete.
    Puh. Sollte ich je in den südamerikanischen (oder alpinen) Urwald* eindringen, werde ich daran denken. Wie klein die Eckzähne meines Hundchens doch waren…
    *Ja, genau. In Costa Rica z.B. soll es die doch geben!?

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  5. Manchmal weiß man nicht, wen der Zaun schützen soll. Und Jaguare gibt es in Costa Rica. Die knacken dort Schildkröten und Krokodile mit ihren Zähnen. Besser nicht bei Nacht begegnen!

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    1. Danke fürs aufmerksame lesen und den Hinweis. Da ich den lokalen Dialekt nicht sauber beherrsche, hatte ich mich auf die Schreibweise in Google Maps verlassen. Im Internet findet man verschiedene Schreibweisen: Stadt Salzburg mit Zwergerln, das Bildungsministerium mit Zwergen und Wikipedia mit Zwergeln. Hm.

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