Im Rotlichtviertel von Pnomh Penh

Drücke niemals leichtfertig den roten Knopf!

Hier in den Nebenstraßen von Kambodschas Hauptstadt offenbaren sich die dunklen Seiten des Tourismus. Es ist erschreckend, dass auf der Toilette ausdrücklich auf das Verbot von Kinderhandel hingewiesen wird. Als ob das nicht selbstverständlich wäre. Ein Blick auf die Straße zeigt aber, dass die Realität noch viel schlimmer ist.

tafel auf der toilette
Ein Schild auf der Männertoilette

Abends bin ich alleine in einer Rotlichtbar. Ich drücke den roten Button auf dem Tisch und eine verdammt gut aussehende junge Dame im viel zu kurzen roten Minikleid beugt sich zu mir runter. „Willst du meine Knöpfe drücken?“, haucht sie mir mit verführerisch rauchiger Stimme ins Ohr.

the red button

Im Separee zieht sie ihr Kleid nach unten und zwei wunderschöne Tennisbälle springen aus ihrem Dekolletee. Als ihre Hüllen ganz fallen, kommt noch etwas ganz anderes zum Vorschein. Die Lady ist ein Mann beziehungsweise der Mann ist eine Frau. Als die „diverse Person“ mich rückwärts auf das Sofa schubst, schreie ich laut und erwache schweißgebadet aus meinem Traum.

In Kambodscha und Thailand gehören Menschen mit nicht eindeutigem Geschlecht fast schon natürlich zum Straßenbild. Es scheint hier einfach egal zu sein. In Deutschland dagegen verstrickt man sich in Formalitäten. Man findet immer mehr Stellenausschreibungen mit der Ergänzung m/w/d. Wie spricht man eigentlich die Menschen korrekt an, die sich nicht dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zuordnen? Eigentlich müsste die diverse Person sächlich sein, denn weiblich oder männlich ist sie ja offensichtlich nicht. Andererseits ist ein Mensch sicher keine Sache, egal ob divers oder nicht. Sehr geehrte Frau Maier, Sehr geehrter Herr Müller, Sehr geehrte diverse Person Huber? Wohl eher nicht. Der Rat für deutsche Rechtschreibung scheint in diesem Punkt eher ratlos zu sein.

Warum muss man überhaupt eine dritte Kategorie für das Geschlecht einführen? Wäre es nicht einfacher, das Geschlecht im Alltag ganz wegzulassen? Wozu muss eine Fluggesellschaft wissen, ob auf Platz 34B ein Mann, eine Frau oder jemand anderes sitzt? Die servieren doch sowieso unabhängig vom Geschlecht jedem den gleichen schrecklichen Fraß!

Fragen über Fragen. Ich freue mich über jeden Hinweis von meinen Lesern (m/w/d) in den Kommentaren.

Avatar von Unbekannt

Autor: sinnlosreisen

Geschichten über die lustige Seite des Urlaubs

3 Kommentare zu „Im Rotlichtviertel von Pnomh Penh“

  1. In der Tat gibt es noch keine angemessene und vor allem im Alltag einigermaßen brauchbare Sprachanpassung. Die angeblich mit the und you schon weiterentwickelten Angelsachsen bringen es fertig, Leute als Mister Tom Miller an Missis Tom Miller vorzustellen oder gar die anderen zu zwingen, einen Masterabschluß an der Hochschule zu machen! Ich forderte meine Töchter vergeblich zum Protest auf. Frau Master soundso… was für ein Käs! –
    Und: man soll nicht immer alle Knöpfe drücken. Auch wenn es noch so reizvoll scheint. Rote Knöpfe führen mitunter zu explosiven Entladungen, weshalb man stets irgendwelche Präsidenten davor warnt. Aber das gilt für Jedermann. Oh, da ist er schon wieder. Frauen u.a. auch? Ich denke schon.

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu sinnlosreisen Antwort abbrechen