Weil es so schön auf dem Weg lag, verbrachten wir auf der Fahrt nach Italien einige Tage in Österreich. Bergwandern. Und die köstlichen österreichischen Spezialitäten genießen, beispielsweise Kaiserschmarrn.
In Zell am See platzierten wir uns auf einem Campingplatz direkt am See. Von dort kann man mit der Gästekarte alle Busse kostenlos nutzen. Wir hatten allerdings nicht bedacht, dass die Busse hier eher sporadisch fahren und natürlich überhaupt nicht zu einer Uhrzeit, zu der die SinnlosReisenden an der Bushaltestelle eintrafen. So machten wir aus der Not eine Tugend und machten einen Spaziergang am Seeufer entlang bis in die Stadt.

Im Ort suchten wir nach einem typisch österreichischen Lokal und wurden derb enttäuscht. Es gab hier zwar zahlreiche Kebabbuden, Falafelstände und arabische Restaurants, aber die wenigen regionalen Speiselokale hatten alle Ruhetag.


Das Straßenbild wurde keineswegs von Dirndl und Lederhose geprägt, sondern von Burkas, denn die Mehrzahl der Touristen kam aus arabischen Ländern. Aus dem Grand Hotel strömten vollverschleierte Frauengruppen in Begleitung eines männlichen Aufpassers, um den Hundertwasserbrunnen zu bewundern.


Selbst am Lieferanteneingang des Grand Hotels wurden Shishas gezündet.

Du fragst dich vielleicht, wie das kommt. Die Erklärung ist einfach: im Koran wird das Paradies mit blauem Wasser, grünen Wiesen und weißen Bergspitzen beschrieben. Und genau so sieht Zell am See aus. Man kann darüber spekulieren, ob der Prophet Mohammed eine Pauschalreise nach Österreich gebucht hatte, als er den Koran niederschrieb, oder ob er sich auf Berichte von Reisebloggern stützte (damals noch auf Papyrusrollen).
Es ist auf jeden Fall nachvollziehbar, dass die fruchtbaren Alpentäler dem Paradies sehr nahe kommen, wenn du in einer staubigen Wüste lebst. Da schickt der Scheich gerne auch mal seinen Fahrer aus Kuwait voraus, damit er im Urlaub eine angemessene Karosse zur Verfügung hat.

Dass so ein massives Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen zu Konflikten führen kann, liegt auf der Hand. Zum Beispiel kennen arabische Frauen ein Vermummungsgebot, während in Österreich ein striktes Vermummungsverbot gilt. Aus gutem Grund, denn die Aufklärung von Kapitalverbrechen wird durch die Burka nicht gerade erleichtert, wie Eva Schwingenheuer in ihrem Fachbuch illustrierte:

Da ist guter Rat teuer. Findige Händler bieten zur Lösung eine schwarze Stoffmaske an, denn gegen medizinische Masken kann man aus hygienischen Gründen eigentlich nichts sagen.
Die örtliche Polizei moniert eher die teilweise sehr liberale Einstellung der arabischen Gäste zu den geltenden Verkehrsregeln. Wir konnten einen Mietwagenfahrer beobachten, der auf dem schmalen Fahrradweg am Seeufer unterwegs war und mit einer Gruppe entgegenkommender bayrischer Radfahrer in sehr handfeste Diskussionen geriet.
Bergwandern auf der Schmittenhöhe
Von Zell am See fuhren wir mit der Seilbahn auf die Schmittenhöhe. Hier kann man herrliche Aussichten genießen.

Außerdem kann man eine erstaunlich vielseitige Tier- und Pflanzenwelt beobachten. Beispielsweise Murmeltiere, die man über Röhren in ihren Höhlen besuchen kann. Wenn man nicht gerade Rücken hat.

Leider leben auf den Höhen auch Schädlinge, die die Bergbauern einfach nicht in den Griff bekommen. Der Baumwurzel-Riesen-Urzeit-Marienkäfer ernährt sich von den Wurzeln der Bäume. Viele Berghänge hat der scheue Bergräuber bereits in seiner Gier kahl gefressen. Dem SinnlosReisenden gelang ein seltener Schnappschuß.


Und es gibt hier die letzten lebenden Exemplare des urzeitlichen Riesen-Flugraub-Eichhörnchens. Dass diese Raubnager deutlich größer werden als ihre Artgenossen, liegt an ihrer kalorienreichen Ernährung. Sie lauern gut getarnt in Baumwipfeln, stürzen sich lautlos aus dem Hinterhalt auf unaufmerksame Kinder und entreißen ihnen die Vesperbrote und Süßigkeiten.

Auf den Berghängen wuchsen unzählige Preiselbeeren. Ich schlug mir den Bauch mit Heidelbeeren voll, die hier ebenfalls massenweise an den Büschen hingen. Allerdings schmeckten die Beeren irgendwie fad im Vergleich zu den Kulturheidelbeeren, die ich aus dem Supermarkt kannte.
Etwas später trafen wir eine einheimische Beerensammlerin, die uns mit Informationen versorgte. Preiselbeeren dienen als natürliches Antibiotikum und als Vitamin-C-Quelle. Die Heidelbeeren seien schon alle abgeerntet, schockte mich die Expertin. Was jetzt noch an den Sträuchern zu finden sei, wären Rauschbeeren, die der Laie leicht verwechseln kann. Auf meine Frage nach der Essbarkeit meinte sie: nicht giftig, nur unbekömmlich. Außer man erwischt eine Tollkirsche. Mahlzeit!

Die Großglockner-Hochalpenstraße
Der direkte Weg von Zell am See nach Italien führt über die Großglockner-Hochalpenstraße. Schon seit ich den Führerschein besitze, wollte ich einmal über diese Panoramaroute fahren, aber immer wenn ich in der Nähe war, machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ich freute mich wie Bolle, dass es jetzt endlich klappen würde.
Am Vorabend unserer Abreise kippte das Wetter und eine heftige Regenfront hüllte die Berge in Wolken. Über die Webseite des Straßendienstes zog ein rotes Banner: Schneekettenpflicht. Denn was im Tal regnet, das schneit in den Bergen.

Am nächsten Morgen kam aber dann doch die Sonne wieder raus und ein Anruf bei der Hotline ergab grünes Licht. Offenbar hatten fleißige Hände die ganze Nacht über den Schnee von der Straße geräumt.

So wie im Bild oben ging es vor 90 Jahren zu. Heute wird diese Arbeit von Schneefräsen mit Rotationspflug erledigt.

Ein bisschen Sorge hatte ich dennoch, ob wir mit Sommerreifen auf dem Wohnmobil die Strecke in Angriff nehmen sollten. Aber nachdem ein Schwarm Enten mit 17 PS-Motörchen an uns vorbei zuckelte, war klar, dass wir das auch schaffen würden.

Wir hatten allerdings nicht gewusst, dass außer uns noch ganz andere Gruppen auf der Passstraße unterwegs waren. Zum einen wurde an diesem Samstag ein Porsche-Community-Treffen auf der Hochalpenstraße ausgerichtet. Allerdings röhrten die Sportwagen nur kurzzeitig an uns vorbei, bis sie durch Kühe ausgebremst wurden. Denn ebenfalls an diesem Tag fand der Almabtrieb statt. Und das kann dauern.

Im Gegensatz zu den Sportwagen hatten wir es nicht eilig und irgendwann war die Straße wieder befahrbar.



In Heiligenblut endete die Passstraße nach etwa 40 Spitzkehren. Unser Fazit: Absolut sehenswert. Es hängt allerdings ein bisschen davon ab, wo man sitzt. Der Fahrer bekommt weniger von der Aussicht mit, aber der Beifahrer hat die deutlich größere Nervenbelastung.

In Lienz kamen wir dann endlich zu unseren österreichischen Schmankerln: Schlipfkrapfen. Das ist so was ähnliches wie Schlutzkrapfen, nur leckerer. Klar?

Wir fuhren weiter nach Italien, aber das ist eine andere Geschichte. Bis bald!
Nun denn, Touristen, die sich nicht benehmen, gibt es überall und aus allen Ländern. Ich denke da mit Grausen an den Ballermann. Wie auch immer. Falafel in Zell am See klingt lecker 😋
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Da hast du recht. Manchmal schäme ich mich im Urlaub im Ausland für das Benehmen meiner Landsleute. Vielleicht liegt es nur daran, dass man die Sprache der Reisenden aus anderen Ländern nicht gut genug versteht, um sich zu schämen.
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Wart ihr an einem Sonntag auf der Suche nach lokalen Gasthäusern? Ich erinnere mich gut, dass wir auch mal auf der Fahrt von Italien nach Deutschland ein zünftiges Wienerschnitzel zum Mittag erträumt hatte, und dann waren wir froh, bei einem Chinesen überhaupt etwas essen zu können. Österreichische Gasthäuser hatten Sonntag alle Ruhetag.
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Das weiß ich gar nicht mehr, könnte aber durchaus sein.
Bezeichnend ist jedenfalls, dass auf dem Schild vor einem österreichischen Gasthaus dreisprachig bekannt gegeben wurde, dass geschlossen ist. Arabisch kann ich nicht lesen, aber dass das einzige deutsche Wort „geschossen“ falsch geschrieben war, fand ich schon etwas eigenartig.🤔
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Die Gross-Glockner-Strasse sind wir auch mal gefahren auf einer unserer Reisen ins damalige Jugoslawien. Ich war entweder 8 oder 11 Jahre alt. Mein Vater wählte jedes Mal einen anderen Pass durch die Alpen, was ich toll fand, meine Mutter weniger. Wir hatten allerdings weder Porschefahrer noch Almabtrieb, laaaangweilig! 😉 Die Riesenkäfer und -eichhörnchen sind uns zum Glück auch nicht begegnet. Vielleicht ist in der Gegend zu viel „Strahlung“. Damals in 1963 oder 1966 waren dort auch noch nicht sehr viele arabische Touristen, obwohl ich das mit dem Paradis gut nachvollziehen kann. Jetzt sind ja viele von ihnen reich von wegen Öl.
Ich glaube so eine Murmeltierhöhle werde ich nicht besuchen können, das wird an meinem Hinterteil „hapern“ haha.
Die türkisfarbene Ente ist ja goldig, dieselbe Farbe wie das Schneeräumgerät!
Kaiserschmarrn kann ich gut verkraften, aber viele Dinge wie Dampfnudeln (mit Vanillesosse) und diese Krapfen sind mir zu süss oder zu mehlig.
Ist das Pfeiferauchen eigentlich in der Öffentlichkeit verboten oder warum machen sie das so versteckt und in der Hocke (mit Durchzug bei dem einen, ich würde lieber VOR ihm hocken). Gemütlich und geniesserisch sieht das nicht gerade aus.
Ah, Österreich ist doch immer eine Reise wert!
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