Sechs Jahre Sinnlos Reisen

Seit sechs Jahren schreibe ich auf diesem Blog über meine Reiseerlebnisse. Zeit für einen Rückblick.

In diesen Tagen feiert dieser Blog seinen sechsten Geburtstag und wird damit reif für die Einschulung. Vielleicht lernt er dann endlich mal etwas über Rechtschreibung und ich muss nicht mehr so oft im Duden nachschlagen.

Seit dem letzten Geburtstag ist nach meinem Gefühl gar nicht so viel passiert; die Zeit rast. Das Jahr begann mit Beiträgen über Vietnam und über die Dominikanische Republik. Und das löste etwas aus, was ich auf keinen Fall niemals nicht erwartet hätte: der Beitrag Dominikanische Republik für Individualreisende wurde von der Central America Tourism Agency als Finalist für die CATA Awards nominiert. Weil er signifikant zur Positionierung Zentralamerikas als Reiseziel im deutschen Markt beigetragen habe.

Also, obwohl ich mich nicht auf diesen Award beworben hatte, fühle ich mich natürlich geehrt. Aber entweder hat die Jury meinen Beitrag nicht gelesen oder die Übersetzungs-KI hat irgendwas durcheinander gebracht. Oder glauben die ernsthaft, dass mein Bericht über korrupte Polizisten, vermüllte Strände, Fake-Museen und Wassermangel den Tourismus ankurbeln würde?

Apropos KI: meine Versuche mit der künstlichen Intelligenzbestie waren bisher eher von bescheidenem Erfolg gekrönt. Die WordPress-KI verweigert regelmäßig eine Zusammenfassung meiner Beiträge wegen Verstoßes gegen irgendwelche Richtlinien. Wahrscheinlich hat der Automat einfach keinen Humor.

Immerhin ist mir nach einem zähen Ringen mit ChatGPT gelungen, ein Titelbild mit mir auf einem fahrenden ICE zu erzeugen. Das Foto wäre im echten Leben kaum zu realisieren gewesen. Nicht, weil ich den ICE nicht reiten könnte, sondern weil die Fotos bei 250 km/h so leicht verwackeln. Versteht sich wohl von selbst.

Überhaupt nerven mich diese KI-generierten Inhalte immer mehr. Das Internet wird zunehmend verstopft durch Fake-News, Fake-Texte, Fake-Bilder und Fake Videos. Manchmal sogar Deep Fake. Und nicht alle sind so leicht zu erkennen, wie dieses hier:

Von KI erzeugte Fantasielandschaft
Landschafts-Freestyle

Umso wichtiger, dass man sich selbst ein Bild macht. Persönlich und mit eigenen Augen. Und das geht nur durch Reisen. Und dann ist man manchmal überrascht, dass die Verhältnisse vor Ort gar nicht so sind, wie sie zuhause dargestellt werden.

Beispielsweise in den USA, über die ich in zwölf Beiträgen berichtet habe. Was wurden wir nicht vorher gewarnt, vor Grenzbeamten, die einem das Handy durchwühlen und die Einreise verweigern. Vor schießwütigen ICE-Truppen und vor radikalen Rechtsextremen. Aber bei unserem Besuch konnten wir nichts davon entdecken. Alles war wie immer. Amerikanisch eben, das kann man mögen oder nicht.

Dabei verstehe ich vollkommen, dass die Aktionen der amerikanischen Regierung extrem unbeliebt sind. Und ich will da nichts schönreden. Ich halte den Rückwärtssalto in die Ethik des Mittelalters für eine große Gefahr für die gesamte Welt. Aber trotzdem sind die USA ein tolles Reiseland mit großartigen Landschaften und überwiegend freundlichen Menschen.

Und wie geht’s weiter?

Momentan schreibe ich an Beiträgen über einige Städtereisen: Luxemburg, Zell am See, Sonthofen und Belgrad. Nichts allzu spektakuläres, aber auch dort kann man wundersame Dinge erleben.

Und dann steht noch der Bericht über unsere Reise in den Oman aus. Das war zum Glück bevor die Stimmung in der Golfregion eskalierte, denn von dort gibt es richtig viel Schönes zu berichten.

Im vergangenen Jahr hatte ich so was wie eine kleine Schreibblockade (oder einfach keinen Bock) und ich hatte mich schon gefragt, ob es überhaupt noch Sinn macht, meine wirren Gedanken hier zu posten. Aber dann kamen so viele positive Rückmeldungen von treuen Lesern und von neuen Abonnenten. Danke an euch alle! Solange es euch gibt, mache ich weiter. Der Unsinn hat einen langen Atem!

Avatar von Unbekannt

Autor: sinnlosreisen

Geschichten über die lustige Seite des Urlaubs

7 Kommentare zu „Sechs Jahre Sinnlos Reisen“

Hinterlasse einen Kommentar