Vor einigen Jahren hatte ich bereits über die erstaunliche Entstehungsgeschichte von Las Vegas berichtet. Aber über diese Stadt kann man auch mehrfach schreiben, denn sie bietet unzählige Sinnlosigkeiten. Beispielsweise den größten Golfball der Welt.
The Sphere
Mit 157 Metern Durchmessern ist die neueste Attraktion von Las Vegas das größte kugelförmige Gebäude der Welt. Drinnen finden Konzerte oder andere Veranstaltungen statt. Und auf der Außenhülle werden mit 57 Millionen LEDs Animationen dargestellt, die sich andauernd verändern. Ich könnte dieser hypnotischen Show stundenlang zuschauen.






Las Vegas Strip
Am Las Vegas Strip liegen die großen Hotels nebeneinander aufgereiht. Eine Besichtigung kann ganz schön anstrengend werden, denn die Hotelkomplexe sind riesig und manchmal ziemlich unübersichtlich. Einen guten Überblick hast du vom Stratosphere Tower, der mit 350 Metern das höchste Gebäude der Stadt ist.

Die meisten großen Hotels sind einem Thema gewidmet, das sich konsequent durch die Architektur und die Inneneinrichtung zieht. Du kannst die allermeisten Hotelanlagen auch besichtigen, ohne darin zu wohnen und das lohnt sich.


Caesars Palace
Im Caesars Palace wurden die Kunstschätze Roms nachgebaut. Hier sind alle Nobelmarken unter einem Motto versammelt, frei nach Caesar: „Ich kam, sah und shoppte“. Wenn du ein neues Designer-Täschchen suchst, bist du hier genau richtig. Aber achte auf ausreichende Deckung deiner Kreditkarte!




The Venetian
Auf der anderen Straßenseite wurde Venedig nachgebaut, komplett mit Rialtobrücke und Campanile di San Marco. Singende Gondolieri fahren dich gegen eine geringe Unkostenbeteiligung von 156 $ (pro zehn Minuten, zuzüglich Steuern und 40 $ für ein Fotopackage) durch die künstlichen Kanäle bis zum Markusplatz. Da die USA aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen sind, wird das bald der einzige Arbeitsplatz für Gondolieri sein, wenn das Original-Venedig in seiner Lagune versinkt.


Die meisten Hotels in Las Vegas sind so aufgebaut, dass du leicht hineinkommst, aber erst wieder herausfindest, wenn du dein ganzes Geld verspielt oder für sinnlose Einkäufe ausgegeben hast. Wenn dir die künstliche Atmosphäre auf den Geist geht, kannst du in einer Sauerstoff-Bar mal richtig Luft holen. Hier kannst du dir konzentriertes Oxygen mit frei wählbaren Aromen reinziehen, ohne vor die Tür gehen zu müssen. Kiefernwald und Meeresbrise sind sehr beliebt. Ist das nicht wunderbar dekadent?

Und wenn der Sauerstoff dein Hirn zum Kochen gebracht hat, kannst du dich bei Minus 5 Grad Celsius in eine Tiefkühlkammer einschließen lassen. Passende Pelzmäntel sind im Preis inclusive. Jeder kann ja machen, was er will, aber ich kann da nur fassungslos den Kopf schütteln, denn bei mir zuhause gibt es dieses Erlebnis jeden Winter gebührenfrei. Wochenlang. Deshalb fahren wir ja immer in wärmere Länder.

Downtown
Im Downtown Container Park wurden ausgediente Schiffscontainer zu hippen Bars und Boutiquen umgebaut. Eine nachhaltige Idee, denkt sich da der unbedarfte Tourist. Ressourcenschonend und umweltbewusst.

Schon von weitem hört man lautes Getöse von einer riesigen Gottesanbeterin, die ursprünglich für das Burning Man Festival gebaut wurde. Mit der Nachhaltigkeit ist es dann aber schnell vorbei, denn alle paar Minuten erwacht die Skulptur und verbrennt Unmengen von Gas. Einfach so, als sinnbefreite Atmosphärenheizung. Schau selbst und staune:
Fremont Street Experience
Die Outdoor-Vergnügungsmeile in der Fremont Street ist dann der akustische und visuelle Overkill. In einer 400 Meter langen Fußgängerzone zwischen den glitzernden Casinos findest du alle erdenklichen Formen des Entertainments: drehende Restaurants, Live-Gigs von Rockbands und skurrile Kleindarsteller. Die ganze Straße ist mit dem größten LED-Bildschirm der Welt überdacht. Auf 50 Millionen LEDs werden jeden Abend zur vollen Stunde Videos und beeindruckende Animationen gezeigt, Nackenstarre inklusive. Und wenn dir das nicht reicht, kannst du im elften Stock an einer Zipline durch die bunte Welt fliegen.




Das folgende Video gibt einen kleinen Einblick in den ganzen Wahnsinn dieser Vergnügungsmeile:
Nach so viel Trubel brauchten wir dringend einen Ruhetag in der Natur. Zum Glück bietet das Umland von Las Vegas einige sehenswerte Parks.
Valley of Fire
Eine Autostunde nordöstlich von Las Vegas befindet sich das Valley of Fire. Der Name kommt vermutlich daher, dass es hier manchmal so heiß wird, dass die Streifenhörnchen durch Selbstentzündung in Flammen aufgehen, wenn sie sich zu lange in der Sonne aufhalten.

Die Straße schlängelt sich durch atemberaubend schöne Landschaften. Das einzige angemessene Fahrzeug für diesen Tagesausflug ist deshalb ein Mustang Cabrio.


Neben wunderschönen Panoramen findest du hier auch interessante Details: Felsen in der Form von Bienenstöcken, Felsbögen und Farbverläufe, die aus einem Photoshop-Tutorial zu stammen scheinen.



Red Rock Canyon
Nur 17 Meilen westlich von Las Vegas befindet sich ein großes Tal, das von überwältigend schönen Bergen eingerahmt wird. Eine einspurige Panoramastraße führt am Rand der Berge rund um das Tal. Einspurig bedeutet, dass du einen verpassten Viewpoint oder Wanderparkplatz nicht mehr anfahren kannst. Außer du gönnst dir noch eine zweite Runde, die du dann aber auch komplett durchfahren musst. Bei unserem Besuch gab es ausschließlich Onlinetickets, keinen Verkauf am Parkeingang. Das ist ein bisschen fies, denn dort draußen gibt es kaum Mobilfunk-Netz. Da recherchierst du besser mal vorher.


Seinen Namen hat der Red Rock Canyon, wer hätte es gedacht, von den roten Felsen, die du ganz bequem von einem Parkplatz aus erwandern kannst.

Anfänglich sind die Wanderwege gut zu erkennen, aber je weiter du dich vom Parkplatz entfernst, desto unübersichtlicher wird das Gelände. Da kann man schon mal die falsche Abzweigung nehmen.


Ein kleiner Survival-Tip, um in der unberührten Wildnis klarzukommen: wenn du dich verläufst, weisen dir die Selfiesticks von Instagrammern den Weg. Denn die strömen ohne links oder rechts zu schauen zielsicher auf direktem Weg zur Hauptattraktion: The Wave.

Allerdings handelt es sich hier um eine abgespeckte Version, quasi eine Welle für Arme, ein Mini-Wellchen. Denn das Original in Kanab ist so begehrt, dass du nur mit viel Glück in einer Lotterie eines der limitierten Permits bekommst. Und wer wie wir beim Glücksspiel eine Niete zieht (zweimal, Fck!), muss sich halt hier austoben. Wenigstens ist der Zugang zu dieser Welle vergleichsweise bequem, obwohl es immer wieder erstaunlich ist, wieviel Hitze diese Felsen speichern können.

Bei der Rückkehr zum Parkplatz solltest du unbedingt unter dem Fahrzeug nachsehen, ob sich nicht unerwartete Gäste im Schatten ausruhen. Sonst rumpelt es gewaltig beim Losfahren.

Wir hatten genug gesehen und machten uns auf den Weg nach Kalifornien. Aber dafür mussten wir erstmal die Wüste durchqueren, die Las Vegas umgibt. Und was wir dort erlebten, will ich im nächsten Beitrag berichten. Oh, oh!
Marco, tolle und atemberaubende Fotos. Las Vegas war auch for 30 Jahren schon irre, aber es hat sich auf der Ebene sozusagen weiter entwickelt. Eine Anmerkung zum „Venetian“ zum Beispiel: Experten sprechen dabei von „Hyper reality“ – der US-Besucher nimmt Venedig war, wie es in Realität gar nicht ist, gar nicht sein kann, aber in der Phantasy des Besuchers sein müsste. So wird eine Erfahrung des ‚echten‘ Venedigs simuliert, die in der Erinnerung des Besuchers real bleibt. Und so funktioniert die gesamte Disneyisierung. Du musst nicht in Venedig gewesen sein (oder es vom Fenster des Kreuzfahrtschiffes gesehen haben), Du brauchst nur das Selfie mit Gondoliere im „Venetian“ – diese virtual reality der Welt wird die Zukunft des Reisens sein (fürchte ich).
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Ja, schon ziemlich irre, aber erstaunlich gut gemacht mit dem simulierten Tageslicht. Wenn man vorher schon in Venedig war, lächelt man über die Kopie. Aber wer noch nicht dort war, nimmt das als Realität und ist vom Original vielleicht sogar enttäuscht. Denn in Venedig stinkt das Wasser und die Italiener sind laut. Und das Original ist nicht klimatisiert, das gibt einen Stern Abzug. 😉
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Genau, das Original ist enttäuschend gegenüber der kunstvollen Inszenierung 😉
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Die Fotos sind super! Wenn ich mir das so anschaue, muss ich wirklich nicht selber nach Las Vegas … 😉 … aber den Ausflug in die Umgebung könnte ich mir denken. 🙂
Die Preise für so eine Gondelfahrt sind ja üppig, Davon kann ich eine Woche essen. Wir haben das nicht einmal im echten Venedig gemacht. Damals als wir dort waren, haben sie ja auch noch gesungen. Aber das Wasser stinkt tatsächlich.
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Wir haben auch in beiden Venedig auf die Gondelfahrt verzichtet. Das war uns doch etwas zu viel Tourismus-Kitsch. O sole mio! 😄
Las Vegas ist schon sehenswert, gerade weil es so übertrieben ist. Gefallen muss es einem nicht.
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Ja, vielleicht wenn man sowieso gerade in der Gegend ist … 😉
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Ganz genau . Las Vegas ist ja ein relativ günstiges Flugziel. Und es liegt in der Nähe von vielen Sehenswürdigkeiten
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Danke für deinen Bericht,
der viele Erinnerungen aufblitzen ließ. Eine ganz besonders:
Ich bin in der David Copperfield – Show eingeschlafen!!
Diese ganzen Eindrücke waren einfach zuviel und dann am Abend der weiche Sitz, tja, da ist die ‚Tante Jutta aus Kalkutta‘ kurz eingenickt😜
LG
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Na, hoffentlich hat der Magier das nicht persönlich genommen und dir ein Kaninchen unter den Hut gezaubert 😄. War bestimmt ein teures Nickerchen.
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Nein, wesentlich preiswerter als hier! Neben den Rabatt der frühen Geburt gab es noch Hotelrabatt- 42 $!
Diesen Betrag warf die Reisekasse ab😉
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Ah, OK, das hätte ich nicht gedacht. Bei uns waren die Preise ziemlich happig für all die Shows.
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Also die Gegend drumherum sicher gern, aber die Stadt ist mit ein bisschen zu … wort? … vegastisch 😉
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nettes Wortspiel 😄. Ja die Stadt ist schon ziemlich crazy. Aber auch beeindruckend in ihrer schrägheit. Ist halt ein günstiger Zielort für Flüge und ein guter Start für Touren durch die Natur.
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Puuuh, Las Vegas klingt spannend. Pompös, vegastisch (danke, T.Head), dekadent. Aber muss ich nicht haben, allenfalls die Natur ringsum.
Doch nach drei USA-Trips (oder waren es gar vier? / Colorado, New York, Arizona) müssen fürs erste die Schluchten der Oberlausitz reichen.
Dennoch: tolle Berichte von Dir.
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Danke!
Ein Reisebericht kann ja zwei Funktionen haben (mindestens): Erstens den Leser zu einer Reise motivieren. Zweitens den Leser darin bestärken, dort nicht hin zu reisen. Für mich ist beides ok, Hauptsache unterhaltsam.
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Ach ja, Vegas, Baby! Meine Lieblingsstadt wird sie in diesem Leben auch nicht mehr. Aber faszinierend finde ich sie irgendwie schon. Wobei mir das „alte“ Las Vegas, sprich die Downtown um die Fremont Street herum schon besser gefallen hat als der Strip. Ja, das Valley of Fire ist wirklich toll. Der Red Rock Canyon offenbar auch, deinen Fotos nach zu urteilen. Wieso wir den letztes Jahr großzügig ignoriert haben, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen 🙈.
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Ja, Las Vegas ist fast wie ein Horrorfilm. Gruselig, aber man schaut dann doch fasziniert hin, was es dort alles an schrägen Sachen gibt. Uns hat die Downtown auch besser gefallen. Ist authetischer. Na ja, ein bisschen.
@Red Rock Canyon: vielleicht dann nächstes Mal. Wer weiß.
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Las Vegas ist schon der Hammer. Ich denke, ich würde mich dort einmal umsehen, ein paar Schritte laufen und die Meile dann mit Kopfschmerzen und Augenkrebs wieder verlassen. Aber man muss den ganzen Wahnsinn mal gesehen haben. Landschaft, schönes Kontrastprogramm. Was machen eigentlich deine Agenten? Lg Kasia
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Ja, so ging es uns auch. Man kann den Wahnsinn in Las Vegas nur mit etwas Distanz ertragen. Aber einmal im Leben muss man es fast gesehen haben, das ist schon ziemlich einmalig.
@Agent Singer: der ist doch am Ende des 4. Teils in New Orleans verunglückt und konnte uns leider, leider nicht nach Las Vegas begleiten…
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Ich dachte, inzwischen sind neue aufgetaucht. Oder Aliens. Oder Monster. Irgendwas kommt da ja sicher 😉
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Wie kommst du denn da drauf? Wo ich doch immer wahrheitsgemäß und neutral berichte, ohne zu übertreiben. Fast immer.
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