Es macht Sinn, mit dem ersten Teil dieser Fortsetzungsgeschichte anzufangen. Zumindest wenn du sie verstehen willst.
Nach unseren Besuchen in Nashville und Memphis machten wir uns auf den Weg ganz in den Süden der USA an den Golf von Mexiko. Nach Country, Rock ’n‘ Roll und Blues nun also Jazz und Dixie.
City of New Orleans
Wer sich in New Orleans stilvoll fortbewegen möchte, kommt an den Street Cars nicht vorbei. Die ersten dieser Straßenbahnen wurden 1835 in Dienst gestellt und sind damit die ältesten Bahnen weltweit, die noch in Betrieb sind.

Mit 8 $ für einen Dreitagespass, bequem online in der App erworben, kann man eigentlich nichts falsch machen. Die Einzelfahrt kostet 1,25 $ für Erwachsene und 0,40 $ für Rentner. Da lohnt es sich, alt zu werden.
Die Bahnen überzeugen mit ihrem historischen Charme, gepaart mit moderner Technik. Man darf hier mit den Fahrern sprechen und die sind ungewöhnlich hilfsbereit und erklären gerne, wo man am besten aus- oder umsteigt. Interessantes Detail: an der Endhaltestelle werden die Lehnen einfach in die Gegenrichtung umgeklappt. So muss niemand mit dem Rücken gegen die Fahrtrichtung sitzen.


Irgendwann enden alle Linien irgendwo im Stadtzentrum am Mississippi. Von dort kann man dann an der schönen Uferpromenade entlang spazieren und Leute gucken.


Man kann für über vierzig Dollar mit einem Schaufelraddampfer eine Riverboat Cruise auf dem Mississippi machen (wenn man etwas essen will, zahlt man das Doppelte). Vorausgesetzt man findet den richtigen Pier.

Wir nahmen die öffentliche Fähre nach Algiers Point für zwei Dollar und sahen genau das Gleiche, wie die Herrschaften auf den Touristenbooten. Aber natürlich konnten wir nicht den unvergleichlichen Sound der Dampforgel auf der Überfahrt geniessen. Schade eigentlich.
Algiers Point



Zurück am anderen Ufer stärkten wir uns erst mal mit Beignets, einem Überbleibsel aus der französischen Kolonialzeit. Das sind frisch frittierte Teigtaschen, die überaus lecker sind.

Louis Armstrong Park
Louis Armstrong war nie auf dem Mond (das war Neil Armstrong), aber er ist in New Orleans aufgewachsen und hat von hier nach den Sternen gegriffen.

Armstrong war ein genialer Trompeter und entwickelte aus verschiedenen Musikrichtungen den Jazz, den er aus New Orleans in die Welt trug. Sein Spitzname „Satchmo“ spielt auf seinen legendär großen Mund an, mit dem er bis dahin unbekannte Töne aus seiner Trompete hervorzauberte. Bei seinen Auftritten hatte er immer ein blütenweißes Taschentuch dabei, um sich den Schweiß abzuwischen.

Er war es auch, der die legendären Trauermärsche bei Beerdigungen prägte. Bis zum Grab spielten die Bands langsame und traurige Lieder, aber sobald die Grabrede zu Ende war, schalteten die Musiker in fröhliche, überschäumende Töne um und marschierten mit einem laut feiernden Anhang durch die Straßen von New Orleans.


Voodoo
Von afrikanischen Sklaven wurde der Voodoo-Glauben nach Haiti und in den Süden der USA mitgebracht. Eigentlich ist das eine harmlose Religion, bei der die Priester über Geistwesen, sogenannte Loas mit Gott in Kontakt treten. Wie in allen Religionen geraten auch im Voodoo manche Priester auf eine schiefe Bahn und missbrauchen ihre Macht für Schadenzauber. In speziellen Fachgeschäften kaufen sie das nötige Equipment, zum Beispiel Handpuppen und verschiedene Gifte.




Als wir gerade in einem Voodoo-Mart die Auslagen durchstöberten, fiel mir draußen auf dem Gehweg ein Mann auf, der mir irgendwie bekannt vorkam. Als er sich mit suchendem Blick umdrehte, zuckte ich zusammen. Das war mein alter Bekannter Agent Singer. Das konnte kein Zufall sein, der war sicher auf der Suche nach seiner Linse.
Im Hinterzimmer des Voodooladens lief gerade ein Selbsthilfekurs. Ich malte kurzerhand einer String Doll einen Schmetterling auf die Stirn und bestellte einen saftigen Unglückszauber für ihn. Dann steckte ich sechs Nadeln je drei mal in die Handpuppe, denn 666 ist die Lieblingszahl des Teufels.
Da ein Voodoozauber nicht immer sofort wirkt, besorgte ich mir noch eine Tarnkleidung. Nur zur Sicherheit.

French Quarter
Dann erkundeten wir das historische French Quarter mit seinen tollen Gebäuden und Parks. An jeder Ecke spielten teilweise fantastische Bands. Die ganze Stadt vibrierte vor Musik.





Das komplette French Quarter lag unter einer Dunstglocke von Marihuana, aber in der Bourbon Street war der Geruch besonders intensiv. Aus Neugier bat ich SARA um einen Drogenscan. Sofort färbten sich alle Personen in meinem Sichtfeld dunkelgrün ein.
„SARA, das System funktioniert nicht. Hier ist alles grün, aber ich rieche eindeutig etwas,“ gab ich meiner AR-Assistentin eine Rückmeldung.
„Das System arbeitet einwandfrei“, kam die Antwort. „Alle Drogenkonsumenten sind grün eingefärbt.“
Ich bezweifelte das. „Das kann nicht stimmen, Hunde, Katzen und Tauben sind auch alle grün!“
„Das ist korrekt“, erwiderte SARA. „Die sind auch alle positiv.“
Also gut, man soll sich als Tourist ja immer an die lokalen Gepflogenheiten anpassen. Daher ließen wir uns in einem Cannabisladen beraten und stürzten uns auf die Partymeile.
Während wir unsere letzte Nacht in New Orleans genossen, wurde bei der Drogenbekämpfungsbehörde DEA ein Undercoverteam zusammengestellt. Denn die DEA war im Kreis der amerikanischen Geheimdienste schon immer ein ungeliebter Underdog. Doch nun sah man die einmalige Chance, ein von der CIA verlorenes Droganscangerät mit bahnbrechender KI-Technologie in New Orleans abzugreifen.
Ich möchte mindestens ten Likes geben!
Diese Bilder! Die Bourbon Street! French Quarter! Bummeln am Ufer des Mississippi. Und die vielen Bars mit den coolen Bands oder den Pianoduellen …
Ich bin ein Reisemuffel – aber New Orleans möchte ich gerne noch einmal erleben.
Sehr schöner Reisebericht! Alle bisherigen Teile haben mir sehr gefallen, aber an New Orleans habe ich die schönsten Erinnerungen.
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oh, danke schön. New Orleans ist tatsächlich diejenige Stadt in den USA, die mir auch am besten gefallen hat. Die hat so einen unwiderstehlichen Charme mit ihren Häusern, den Menschen und der Musik. Unvorstellbar, dass manche Politiker wohl nach Katrina 2005 ernsthaft überlegt haben, ob es sich überhaupt lohnt, die Stadt wieder aufzubauen.
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Tolle Bilder und Farben, einiges kennt ja man schon aus Film und Fernsehen, aber so live ist schon cool …
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Stimmt, New Orleans ist live unbedingt empfehlenswert. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.
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Unvergessen, Austern mit Ketchup. Oder wars Sriracha?
Liebe Grüße!
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Tja, wer einmal dort war, vergißt das nicht so leicht.
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Ja, allzu viel Neugier in Bezug auf Drogen hat schon manchen in die Bredouille gebracht!
Sehr schön die alten Straßenbahnwagen. Ob Satchmo auf dem Mond war? Das ist im Falle von Musikern oft schwer zu beantworten, was man weiß, das es bereits Musiker und Musikaufnahmen aus dem erdnahen Orbit gegeben hat. Und es heißt ja oft genug in Bezug auf Musik, weibliches Aussehen und ein paar andere erdnahe Angelegenheiten, dass diese nicht von dieser Welt seien.
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Wer weiß, wer weiß? Ich jedenfalls nicht. In New Orleans scheint aber alles möglich.
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Ich bin ganz hin und weg von den klappbaren Rückenlehnen in den Straßenbahnen. So fortschrittlich sind unsere modernen Exemplare ja leider nicht. New Orleans hat offensichtlich seinen ganz eigenen Vibe, das würde ich gerne mal live erleben – muss aber nicht in dunkelgrün sein 😁
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Ja, das mit den Klappsitzen finde ich auch. Das ist so ein einfaches und billiges Detail und macht so einen großen Unterschied im Komfort.
ich kann New Orleans uneingeschränkt empfehlen. In den USA fliegt man eh, da macht ein Zwischenstopp keinen großen Unterschied.
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New Orleans habe ich in ausgezeichneter (allerdings schon vor Jahrzehnten teurer) Erinnerung. Aber nichts geht über frische heiße Beignets früh am Morgen im Café du Monde – Touristenattraktion hin oder her – auch die Bewohner essen die da…. Und damals (als wir noch jung und knackig waren – heute sind wir ja auch nur noch „und“) waren die Südstaaten die einzige Region in den USA, in der man vernünftigen Kaffee bekommen hat…. das war vor der „Starbuckisierung des Landes“.
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Wir fanden es im Vergleich gar nicht so teuer. Das kann aber daran liegen, dass die anderen Gegenden jetzt auch teuer geworden sind. ÖPNV war sogar sehr preiswert. Wir waren jedenfalls begeistert von der Stadt.
Zum Kaffee kann ich nichts sagen, weil wir in einer Wohnung mit Küche untergebracht waren und den Kaffee selbst gekocht haben.
Und die Beignets im Café du Monde sind tatsächlich der Knaller und keinesfalls Touristenabzocke.
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Marco, wieder ein sehr schönes Porträt Eurer Reise durch „die Mitte“. New Orleans hat sich scheint’s richtig herausgeputzt – bei unserem Besuch vor 26 Jahren war zumindest das French Quarter shabby und sogar gefährlich. Tolle Farben Deiner Fotos, fast schon karibischer Flair. Alle drei Städte, die Du beschrieben hast, kamen mir sehr sehenswert vor – macht natürlich auch das herrliche Wetter bei Eurer Reise aus. Das ging uns auch vor 20 Jahren schon bei Oklahoma City, mehr noch bei Savannah und Charleston so. Erwartet man gar nicht bei dem schlechten Ruf, den man manchen Städten anhängt – gilt übrigens auch für Chicago! Ein Highlight an Kultur und Architektur. Einzig eine Stadt, die ich ein Dutzend mal besucht hatte, entpuppte sich 2020 als eine große Entäuschung: Minneapolis, nach der George Floyd-Geschichte. Das liberale Image verflog in Tagen … Viele Grüße Reiner
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Danke, Reiner. Ja, es lohnt sich oft, selbst eine Meinung vor Ort zu bilden, denn ein schlechter Ruf einer Stadt oder eines Landes hängt lange nach, auch wenn inzwischen alles längst besser geworden ist.
Das French Quarter erschien uns ungefährlicher als Frankfurt oder Berlin. Wir waren aber auch nicht nachts um halb drei dort. Es gab dort auch eine gewisse Polizeipräsenz, vielleicht hat sich das Böse ein paar Straßen weiter verlagert.
Wir waren im April dort und ich kann das uneingeschränkt empfehlen. Nicht zu heiß, aber trotzdem schon angenehm warm und sonnig. Auch preislich noch vertretbar. An Mardi Gras oder in den Ferien sind die Preise astronomisch.
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Ach wie großartig! Das wäre glaube ich genau meine Stadt. Tolle Fotos, die die Farbenpracht und auch die Stimmung echt gut rüberbringen. Da kann auch eine missgestimmte Orgel nicht stören 😎. Habt ihr bei den Voodoopuppen zugeschlagen? Also, ich hätte das jedenfalls getan. Dafür findet man ja immer Verwendung. Ich glaube, ich schau gleich mal nach, ob New Orleans von Amtrak angefahren wird. Mir kommen da gleich wieder verwegene Pläne in den Sinn. Danke fürs Anfixen 😁.
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😂😂😂 gerne geschehen. Ich könnte mir vorstellen, dass du dich da sehr wohl fühlen würdest. News Orleans hat so eine gelungene Mischung aus europäischem Flair, amerikanischem Komfort, afrikanischer Geschichte, Kultur und gutem Wetter.
Ich bereue, dass ich keine Voodoopuppe gekauft habe. Hätte gerade jetzt Verwendung in der Nachbarschaft. Aber wenn man nicht aufpasst, gehen diese Zauber auch gern mal nach hinten los, also vielleicht besser mal drüben klingeln und ganz altmodisch Bescheid sagen.
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Ja, versuche es vielleicht erst mal ganz klassisch-konservativ mit Reden 🤣.
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Mach ich, ist aber schwierig 😬
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Viel Glück! Und zur Not einen harten Faustschlag 😅.
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😂😂😂
Ich bin leider nicht so der Nahkämpfer. Eine Nadel zuhause in die Puppe stecken und dann ein paar mal genüßlich drehen, das wäre eher meins. Aber zu spät.
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Ich würde auch die Nadelvariante bevorzugen. Ist deutlich heimtückischer!
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Oh, wie ich sehe, sucht der Agent noch immer seine Linse 😅 Schön, dass du wenigstens die giftgrüne Partymeile mitnehmen konntest, eher die Flucht kreuz und quer durch die Staaten fortgesetzt werden musste 😉
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Haha, ja, aber bald kommt das Finale.
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Lg Kasia (Windrose… du weißt schon 😉)
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👍
bist du eigentlich in Island festgefroren, oder was ist da los auf deinem Blog?
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