Musikkapelle zur Erheiterung von Touristen an der Uferpromenade
Der letzte Teil unserer Südafrika-Reise führte uns von Port Elizabeth über die Garden Route bis nach Kapstadt. Während im Nordosten des Landes das Autofahren weitgehend von Schlaglöchern dominiert wurde, erinnerten die Straßen hier eher an amerikanische Highways. Die Garden Route hat ihren Namen von den klimatisch günstigen Bedingungen, die zu einer unglaublichen botanischen Vielfalt führen. Hier wächst alles eine Nummer besser, von Kapstachelbeeren über den ausgezeichneten Wein bis zu namenlosen Blumen.

Am Strand von Cape St. Francis legt die örtliche Behörde viel Wert auf Ordnung. Nicht mal atomaren Müll darf man hier entsorgen. Etwas kleinlich für meine Begriffe, aber andere Länder – andere Sitten.


In Knysna haben die Gezeiten eine große Bucht ins Land gegraben. Bei Flut steht hier alles unter Wasser, aber bei Ebbe entsteht ein begehbarer Matschteppich, aus dem die Einheimischen riesige Würmer als Köder zum Angeln ziehen. Man sollte allerdings rechtzeitig wieder auf sicheres Land klettern, bevor das Wasser zurück kommt.


Ganz in der Nähe gibt es eine gut versteckte Abfahrt von der Hauptstraße, die über eine Schotterpiste bis zu einem Parkplatz führt. Dort beginnt der Abstieg über eine Treppe zum Noetzie Beach, einem der schönsten Strände hier in der Gegend. Die mühsame Anreise lohnt sich, denn hierher kommen nur wenige Touristen. Die meisten verirren sich in dem benachbarten Township und kommen nie wieder heraus.



Der letzte Abschnitt unserer Reise führte uns an die Südspitze Afrikas, in die Heimat der Hottentotten. Es gibt keine verlässlichen Berichte über ihren Ordnungssinn, aber an die Zustände in meinem Jugendzimmer kamen sie sicher nicht heran. Sie lebten zweitausend Jahre lang friedlich als Viehhirten, bis die Buren kamen und meinten, dass das Land eigentlich ihnen gehöre. Als Begründung reichte ihnen, dass sie die besseren Waffen hatten. So lief das viele Jahrhunderte lang, wenn Europäer ein fremdes Land entdeckten. Wenn die Bewohner wehrhaft waren, versuchte man Handel mit ihnen zu treiben. Wenn sie militärisch unterlegen waren, wurden sie erobert und bekamen die Errungenschaften der zivilisierten Welt geschenkt, beispielsweise Linksverkehr. Zum Ausgleich durften die Unterlegenen für die Kolonialmacht als Sklaven arbeiten.
In Kapstadt kommt man an einem Besuch des Tafelbergs kaum vorbei, zumindest wenn das Wetter mitspielt. Sportliche Zeitgenossen können die Wand zu Fuß besteigen, man kann aber auch die Seilbahn nehmen. Als mir klar wurde, dass diese Bahn 1929 erbaut wurde und ohne Stütze 1200 Meter überbrückt, wurde mir etwas mulmig. Zum Glück wurde die Anlage von der renommierten Firma Doppelmayr kürzlich erneuert und mit einer 360 Grad Drehkabine ausgestattet. Von oben hat man herrliche Aussichten auf das umliegende Land.



Die Strände sehen verlockend aus, haben aber trotz der warmen Luft eine recht erfrischende Temperatur. Das Wasser ist so kalt, dass man hier sogar Pinguine findet, die aus der nahen Antarktis auf Sommerurlaub herüberschwimmen.

Über den Chapman’s Peak Drive fuhren wir zum Kap der Guten Hoffnung. Unterwegs gab es massenweise tolle Landschaften im Sonderangebot.



Unterwegs besuchten wir eine Straußenfarm. Wirklich gefährlich sind diese Riesenvögel nur, wenn man ihre Sprache nicht spricht.


Das Kap der Guten Hoffnung am südwestlichsten Zipfel Afrikas bekam seinen Namen vom portugiesischen König Johann II., der darauf hoffte, endlich den Seeweg nach Indien entdeckt zu haben. Die Seefahrer nannten das steile Kliff lange Zeit „Sturmkap“, denn hier treffen die kalten Wasser des Atlantiks auf die warmen Strömungen des Indischen Ozeans und sorgen für unberechenbare Winde, die so manches Schiff auf die spitzen Riffe unter der Wasseroberfläche drückten. Dann blieb den Gestrandeten nur noch die Hoffnung, dass in den nächsten Jahren wieder eine Expedition vorbei kam. Dem Kletterer bleibt die Hoffnung, dass der Absturz weich endet.

Traumhaft schöne Strände!
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Ja, das stimmt. Und kaum Leute…
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Wie immer sehr humorvoll geschrieben! Finde ich immer gut, wenn mein Grinsen beim Lesen nicht mehr aus dem Gesicht weichen will.
Südafrika steht auch noch auf meiner Liste. Deine Fotos machen noch mehr Lust darauf!
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Danke! Und ja, Südafrika ist definitiv eine Reise wert. Wir waren 24 Tage dort, das war aber eigentlich viel zu kurz.
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Schöne Bilder und wieder toll geschrieben – danke fürs teilen.
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Wieder ein Land, das was gegen wasserfreudige Vierbeiner hat. Liegt das an der Sorge, dass die Afrikaaner eh nur ihre Boerbulls dabeihaben, die dann doch viel Platz brauchen? Oder heißt das eigentlich „Haie füttern verboten. Auch mit lebenden Hunden?“
Aber ein seltsames Land ist das ohnehin. In das die Einwanderer und Eroberer von allen Seiten kamen. Inder, Buren, Briten übers Meer. Die genannten Hottentotten und andere übers Land, wobei sie erst mal die Buschmänner verdrängten, dann aber ihrerseits von sehr kriegerischen Zulus und anderen bedrängt wurden – eine wilde Mischung, wie es sie anderswo natürlich auch gibt, aber vielleicht nicht so konzentriert in relativ kurzer Zeit.
Zeitungsberichte lassen uns Zweifeln, ob irgendwer was Vernünftiges daraus gelernt hat.
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Ja, das mit den Haien trübt den Badespaß eindeutig 😀. Politisch ist das sehr schwierig. Dabei hatten sie nach dem Ende der Apartheid eigentlich ganz gute Start-Bedingungen, wirtschaftlich zumindest. Aber ich meine mich zu erinnern, dass in Südafrika alleine 14 Sprachen gesprochen werden, da ahnt man schon, dass das nicht einfach wird.
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Da sind sie ja, die sagenumwobenen Hottentotten. Ich hatte mich schon lange gefragt, was es mit dem Spruch auf sich hat 🙂
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Ja, gell? Ich hab den Begriff auch unzählige Male gehört, ohne zu wissen, was damit genau gemeint war. Und ich bezweifle, dass meine Oma wusste, wie es bei den Hottentotten zugeht. Die war nämlich niemals weiter weg als in Österreich 😂.
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Vielleicht wusste sie nicht mal, was die Hottentotten sind 😉 und hat dabei dem armen Kind ein Rätsel für Jahrzehnte aufgebrummt…
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Gut möglich, aber der SinnlosReisende scheut keine Mühen, um solche Rätsel zu lösen 😂
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