Wer mit Qatar Airlines von Europa nach Asien fliegt, kommt um eine Zwischenlandung in Doha nicht herum. Wir hatten die glorreiche Idee, diesen Aufenthalt für eine Stadtbesichtigung mit Übernachtung zu nutzen. Immerhin ist Qatar das reichste Land der Welt und Gastgeber der Fußball-WM 2022. Das muss man doch einmal gesehen haben.
Bei der Hotelbuchung wurden wir darauf hingewiesen, dass Paare beim Bezug eines Doppelzimmers laut Erlass des Emirs von Qatar eine Heiratsurkunde am Check-In vorlegen müssen. Denn außerehelicher Sex ist dort bei Strafe verboten, insbesondere für Frauen. Einer geisteskranken Logik folgend kommen daher Frauen, die eine Vergewaltigung bei der Polizei anzeigen, postwendend selber ins Gefängnis.
Wir ließen uns davon nicht abschrecken und traten unseren Daytrip voller Neugier an. Dann hatten wir etwas Pech: schon eine Minute nach dem Betreten des Landes wurde meine Kreditkarte am Flughafen von Doha für immer von einem gierigen Geldautomaten verschluckt. Kein guter Auftakt für eine dreiwöchige Asienreise.
Dann kam zum Pech noch Unglück dazu. Der Wüstenstaat Qatar gehört zu den trockensten Gebieten auf dem Planeten Erde. Oft fällt monatelang kein einziger Tropfen Regen. In den vierundzwanzig Stunden unseres Aufenthaltes regnete es dagegen ununterbrochen in Strömen.

Für die einheimische Bevölkerung war das ein seltenes Schauspiel, aber für uns ein allzu vertrautes, aber ungeliebtes Ereignis. Die Scheichs wateten knöcheltief durch die schlammigen Pfützen und zogen ihre nassen Kaftans hinter sich her.

Der Souq Waqif ist ein arabischer Markt, in dem alles verkauft wird, was man sich vorstellen kann und auf Nachfrage auch noch mehr. Normalerweise ein quirliger Ort voller orientalischer Betriebsamkeit, lag der Basar eigenartig verlassen, fast wie ausgestorben da.

In unserer Unwissenheit hatten wir gar nicht darauf geachtet, dass unser Tagesausflug ausgerechnet auf einen Freitag fiel. Und da geht der Moslem nicht auf den Markt, sondern zum Freitagsgebet.
Zur Feier des Tages ließ ich mich noch schnell von einer arabischen Crepebäckerin übers Ohr hauen. Der Pfannkuchen war zwar ganz lecker, aber irgendwie war der Preis am Ende doppelt so hoch wie am Anfang ausgehandelt.

Dann brachen wir dieses unglückliche Intermezzo ab und nahmen bis auf die Knochen durchnässt das nächstbeste Taxi Richtung Flughafen. Dort war die Klimaanlage so eingestellt, dass Eisbären wegen Unterkühlung eingehen würden. Die Sinnlosreisende litt ebenfalls an Unterkühlung und fing sich noch einen ausgewachsenen Katarrh in Qatar ein.
Wie uns Qatar gefallen hat, fragst du? Dreimal darfst du raten – das Kommentarfeld steht zu deiner Verfügung…
DANKE FÜR DEN TOLLEN URLAUBSTIP. ICH WERDE DANN NICHT IN DER REGENZEIT HINFLIEGEN,
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Gern geschehen! Vermutlich war es einfach nur eine unglückliche Kombination von Pech und Unwissenheit.
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Das erinnert mich an unser Saharaerlebnis. Wir rechneten ziemlich sicher mit einer prachtvollen, irreführenden Fata Morgana – nein, der heftige Regen war echt! (Dafür waren die Tourigewohnten wesentlich toleranter, was das Massenaufkommen und -treiben in Hotelräumen anging. Aber vielleicht ist das selbst in Katar so, wenn man gleich seine Kinder mitschleppt? Aber das war auch Tunesien. Eine Heiratsurkunde hätten wir auch nicht dabeigehabt.)
Überraschend für mich nur, dass wir dortige, für dieses hierzulande recht gewohnte Wetter eher unpraktische Sitten, übernehmen. Flachdachhäuser beispielsweise und lästige, energieintensive Klimaanlagen! – Hoffentlich nicht noch mehr.
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Ich denke heute, ich hätte einfach nicht fragen sollen.
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