In buddhistischen Tempeln steht meist, wer hätte es gedacht, eine mehr oder weniger vergoldete Buddhastatue.

Um dieses Heiligtum vor bösen Geistern zu schützen, stehen vor dem Eingang die Tempelwächter. Nebenbei sollen sie den Besuchern den gebührenden Respekt einflössen, was bei manchen westlichen Touristen dringend erforderlich ist.
Sehr beliebt sind Drachen an Ein- und Ausgang, damit man eventuelle Frevler auch noch beim Verlassen des Tempels erwischen kann:

Bei hohem Besucherandrang ist Vielköpfigkeit von Vorteil. Hier sieht man die buddhistische Version der Hydra. Man beachte die Zähne am unteren Bildrand:

Wenn in Zeiten von Corona die Besucher ausbleiben, spielen die Wächter gerne mal untereinander Fangen:

Diese Kreuzung zwischen Wachhund und Frosch kann extrem weit springen und damit böse Geister schon von Weitem vernichten:

Dieser kleine Wadenbeißer ist eher humorlos. Offenbar hat er etwas schwer Verdauliches gefressen und leidet jetzt unter Magenschmerzen:

Sein Brüderchen hingegen scheint noch hungrig zu sein:

Dieses sympathische Exemplar namens Mom hat sich auf böse Schwiegermütter spezialisiert, die es mit Haut und Haar, mit Handtasche und Hut verspeist. Wie man rechts unten sieht, bleiben nur die Schuhe übrig:

Die Körpersprache spricht Bände. „Noch zwei Schritte, Fremder, und ich mache dich einen Kopf kürzer!“:

Mit dieser Zehnkämpferin der Kriegskunst ist absolut nicht zu spaßen. Wenn dieses Schweizer Taschenmesser Handgranaten wirft, will man nicht in der Nähe sein:

Dieser Albtraum der Füchse bewacht den Hühnertempel:

Einmal im Jahr treffen sich die Tempelwächter im Trainingslager:

Dieser Kollege sieht etwas erschöpft aus. Es ist aber auch wirklich kein Spaß, jahrhundertelang Tag für Tag gegen böse Geister zu kämpfen. Und zum Dank wird man mit albernen Girlanden behängt und bekommt Himbeerlimonade geschenkt:

Zum Abschluß zeige ich noch zwei Spezialisten aus der Sicherheitsbranche. Dieser gemütliche Zeitgenosse kämpft nicht, er sitzt und beobachtet. Seine Aufgabe ist es, sich alle Gesichter zu merken, denn Elefanten haben ein besonders gutes Gedächtnis. Buddhistische Gesichtserkennung:

Und dieser drollige Geselle ist der am meisten unterschätzte Tempelwächter. Denn wenn er die Fanfare bläst, rückt die Kavallerie in Null komma nichts an:

Über die Vielgestalt der Figuren läßt sich nur staunen. Alleine schon die Darstellungsbreite läßt einem Polytheismus doch wieder als etwas sehr positives erscheinen. Aber nur als Tourist – man stelle sich vor, man wird in der Schule, in der es Religionsunterricht gibt, all diese Götter und dienstbaren Geister abgefragt…
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