Das sinnlose Corona-Virus

Wie das Virus zur Hebamme wurde

Dieses neuartige Corona-Virus ist genauso sinnlos wie eine Urlaubsreise. Zumindest konnte mir noch niemand den Sinn dieses kleinen Quälgeistes erklären. Es ist so klein, dass man es nicht einmal zertreten kann, wenn es auf dem Boden liegt. Es hat keinen eigenen Stoffwechsel und kann sich nicht ohne die Hilfe eines Wirtes fortpflanzen, weshalb sich Experten bis heute darüber streiten, ob es überhaupt zu den Lebewesen zu zählen ist. Das Corona-Virus hat kein Gehirn – vielleicht hat es sich deshalb ausgerechnet das Lebewesen auf der Erde mit dem leistungsfähigsten Gehirn als Wirt ausgesucht. Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an.

Und trotz dieser doch ziemlich bescheidenen Voraussetzungen hat es einige Dinge vollbracht, die vor wenigen Wochen noch absolut unvorstellbar waren:

  • vermeintlich zivilisierte Menschen streiten sich um die letzte Packung Klopapier
  • Pflegekräfte bekommen einen Bonus
  • Ingenieure schütteln sich nicht mehr die Hände
  • Ich bin zum Blogger geworden.

Schon seit einiger Zeit hatte ich meine Reisebeobachtungen in meinen WhatsApp-Status getippt. Leider vernichten diese Statusmeldungen sich nach 24 Stunden durch einen Selbstzerstörungs-Mechanismus von alleine und sind dann für immer verloren. Daher lag ein Blog als dauerhafter Lagerplatz für meine Geschichten schon länger in der Luft. Nur die Zeit fehlte bisher.

Durch den Lockdown fiel unser Oster-Wanderurlaub auf Mallorca aus und ich sitze nun Zuhause auf der sozialen Isolierstation. Und vor lauter Langeweile nahm ich nun also tatsächlich dieses Projekt in Angriff. Wenn man der Coronakrise unbedingt etwas Positives abgewinnen möchte, könnte man also sagen, Corona sei der Geburtshelfer dieses Blogs.

Nun müssen nur die Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden, denn ohne Reisen macht ein Reiseblog nicht wirklich Sinn.

Think positive!

Nachtrag 25.04.2020: Ab Montag ist Maskenpflicht beim Einkaufen. Unsere achtzigjährige Nachbarin hat das ganze Viertel mit selbstgenähten Stoffmasken versorgt.

Mann mit Gesichtsmaske, die alles verdeckt

Echt praktisch, so eine Maske. Am Montag werde ich auf die Bank gehen und Geld abheben. Von fremden Konten.

Nachtrag 09.01.2021: Das mit den Bonuszahlungen für Pflegekräfte hat wohl doch nicht so gut funktioniert, wie es versprochen wurde. Aber Schuldirektoren haben inzwischen einen Bonus bekommen. Fürs wochenlange Nichtstun bei vollem Gehalt. Die armen Rektoren hätten mit ihrer Gehaltsgruppe sonst wohl kaum überlebt. Manche Dinge verändert eben nicht mal ein Virus.

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Autor: sinnlosreisen

Geschichten über die lustige Seite des Urlaubs

2 Kommentare zu „Das sinnlose Corona-Virus“

  1. Das Corona – Virus ist keineswegs sinnlos. Und ob es hirnloser ist als sein Wirt, das wäre erst noch zu hinterfragen. Es ist wie frühere Epidemien ein Fingerzeig, ob man jetzt glaubt, dass zu seiner Entsendung eine höhere Macht, etwa tote Pferde per Katapult in die belagerte Stadt schleudernde Eroberer, nötig sind, oder nicht.
    Auch früher Krankheitswellen hätten die Menschheit zum Nachdenken bringen können und vielleicht sollen. Darüber, wie man es besser macht. Meist hat man allerdings lieber ein paar Wehrlose erschlagen. Das ist in etwa der Stand, den wir wieder erreicht haben: entweder man leugnet die Pandemie zur Gänze und erschlägt ein paar Propheten (seit Alters her beliebt), oder man schlägt auf vermeintliche Verursacher ein. Oder auf Heiler, die es nicht gleich geschafft haben, weil sie auf’s Wunderwirken Verzicht leisteten. Seltsamerweise schließen sich diese Haltungen, obwohl logisch unvereinbar, keineswegs gegenseitig aus.
    Besonders hassenswert sind wieder einmal die, die gesagt haben, dass es so kommt. Frechheit, auch noch im Recht zu sein!
    Und was haben wir daraus gelernt? Den insgesamt möglichen maximalen Lernerfolg der Menschheit, insbesondere, wenn sie in Massen auftritt, abzuschätzen!
    Fische mögen Schwarmintelligenz besitzen. Viren sich auch irgendwie durchschlagen. Aus welchem unerfindlichen Grund diese Menschheit immer noch hier herumspaziert ist unbegreiflich, vermutlich pure Sturheit.

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  2. Ach ja, da fiel mir noch ein: einst kam ein anderer Erreger aus Asien herangaloppiert und -gesegelt. Yersinia Pestis. Und, was sagt man dazu: er veranlasste einen frühen Reiseblogger, einen anderen Marco, geradenwegs in die Höhle des Löwen bzw. der Yersinie zu reisen, in das Land des mächtigen Kublai Khan. Man hat übrigens immer wieder behauptet, dass seine Reiseerzählung nicht nur wenig sinnvoll, sondern vielmehr erstunken, erlogen und frei erfunden wäre! Andere hielten dagegen. Meinten, ohne eigene Erfahrung hätte Marc O’Polo gar nicht so ausführlich berichten können.
    Jedenfalls wurde er mit seinen Reiseerzählungen so bekannt, dass heute noch ein Wohnmobilausbau nach ihm benannt wird. Das mit dem bekannt werden und das mit den Reiseberichten dauerte damals etwas länger – es gibt also Chancen! Andere Reiseblogger, ein gewisser Alex H., bekam zwar keinen Wohnmobilausbau (soweit ich weiß), aber dafür eine Uni spendiert, von einem Herrn May aus Sachsen wird heute noch gerne berichtet und es entstehen die heißesten Debatten, wenn ihn ein Fremdverlag nachzuahmen sucht. Ja, selbst über heutzutage fast zu gewöhnliche Italienreisen läßt sich trefflich berichten, wobei ich nicht die hilfsbereiten Soldaten auf Achse meinte, die das schöne Land wieder auf den selbstgewählten Weg zurückführen sollten, sondern z.B. einen Herrn Goethe.
    Weitermachen, meine ich damit nur!

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